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Berichte aus dem Zentrum

Workshop "Verstehen und Verständigen"

Kultureller Austausch in der Interkulturellen Woche

„Miteinander Leben gestalten“ heißt eine Veranstaltungsreihe, die zweimal jährlich, zur Interkulturellen Woche und zum Internationalen Frauentag, stattfindet. Die Reihe wird vom Fachdienst Frauen und Chancengleichheit des Wetteraukreises, dem Frauenzentrum Wetterau e.V. und der Frauenbeauftragten der Stadt Bad Nauheim durchgeführt. „Unser gemeinsames Ziel ist es, Frauen aus verschiedenen Kulturen zusammen zu bringen, voneinander zu lernen und für gute Lebensbedingungen von allen Frauen zu sorgen“, beschreibt Hanne Battenhausen vom Fachdienst Frauen und Chancengleichheit die Anfänge der inzwischen traditionellen Workshops. „Deshalb schauen wir regelmäßig auf die Gemeinsamkeiten und versuchen auch dort Lösungen zu finden, wo es unterschiedliche kulturelle Gewohnheiten gibt.“

Jede Kultur hat ihre eigenen Kommunikationsformen. Schon die Begrüßung wird überall anders gestaltet. Die kleinen Dinge des Alltags haben unterschiedliche Bedeutungen und bei einer Einladung kann es schnell zu Missverständnissen kommen.

 

Susanne Klein und Fulya Yilmaz spielten in zwei kleinen Szenen eine deutsche berufstätige Frau, die sich mit ihrer türkischen Freundin verabredet. Am Tag des Treffens bringt sie begrenzte Zeit mit und freut sich auf eine Tasse Tee mit der Freundin. Diese hat aber den Tisch reich gedeckt und erwartet eine ausgiebige Mahlzeit mit ihrem Gast. Doch die Deutsche probiert aus Höflichkeit einige Köstlichkeiten und muss dann nach kurzer Zeit weiter. Beide bleiben unzufrieden zurück.

 

Vielen Teilnehmerinnen waren solche Situationen bekannt, und es entspann sich eine intensive Diskussion um Lösungen zwischen den Frauen mit unterschiedlicher Herkunft.

 

„Fazit ist, immer im Gespräch zu bleiben und die eigenen Bedürfnisse klar zu formulieren“, fasst Jutta Fenske vom Frauenzentrum Wetterau zusammen. „Kulturelle Unterschiede beinhalten unterschiedliche Erwartungen und führen dadurch zu Unsicherheiten und Missverständnissen, die nur dann ausgeräumt werden können, wenn wir uns darüber verständigen. Das Frauenzentrum bietet dazu regelmäßig Gelegenheit, z.B. mit dem Internationalen Frauen-Café.“

 

Die Frauen, die am Workshop teilnahmen, bemerkten im Gespräch, dass oft auch innerhalb ihrer eigenen Kultur voneinander abweichende Vorstellungen und Gewohnheiten das Handeln prägen und erst die Verständigung zum Verstehen führt.

 


Besuch im Rosenmuseum

 

Eine aus verschiedenen Bereichen des Frauenzentrums bunt zusammengesetzte Gruppe besuchte kürzlich das Rosenmuseum in Steinfurth. Während sich die Jüngeren zu Fuß vom Bahnhof in Bad Nauheim auf den Weg machten, traf der zweite Teil direkt im Rosenmuseum ein. Mehr als zwanzig Frauen und Mädchen aller Altersstufen und mehrerer Nationalitäten nahmen an einer Führung durch das Museum teil, die vor allem den zahlreichen Besucherinnen, die aus dem Iran stammten, vertraute Bilder des Rosenanbaus und wohlbekannte Düfte offenbarte. Viel Anklang fand auch die Sonderausstellung „Wilde Rosen & Starke Frauen“. Anschließend ließen die Teilnehmerinnen den Tag im Museum bei Kaffee und Rosentorte ausklingen.



Women's March Frankfurt

 

Weltweit gibt es Proteste gegen den neuen amerikanischen Präsidenten.

In Frankfurt am 21.01.2017 waren wir dabei...

 



Herbst-Basar & Film-Wochenende im Frauenzentrum Wetterau

am 25. und 26. November 2016

 

Traditionell verbindet das Frauenzentrum den Herbst-Basar mit einer kulturellen Veranstaltung. Warum also nicht mal etwas Neues probieren? Von cineastisch interessierten Frauen kam der Wunsch, einmal selbst Gastgeberin für ein Filmwochenende zu sein. Entsprechende Filme wurden ausgesucht, die Vorführlizenzen besorgt und der Termin bekannt gegeben. Unbürokratisch im Vergleich zu der Rechteerlangung war der Umbau unseres großen Seminarraumes in ein „Heimkino“. Nachteil: der geplante asiatische Basar war räumlich sehr eingeschränkt. Dies änderte aber nichts daran, dass er wieder liebevoll zusammengestellt und mit leckeren Häppchen unserer Spenderinnen bestückt war. Zeitweise war auch eine Henna-Malerin anwesend. Vielen Dank an alle, die zum Gelingen beigetragen haben.

 

Gut besucht war der Freitag-Abend, an dem der vielfach ausgezeichnete französisch-mauretanische Spielfilm „Timbuktu“ gezeigt wurde. Der Film berichtet von einer Hirtenfamilie, die friedlich in den Dünen der Sahara, nicht weit von der Wüstenoase von Timbuktu in Mali lebt, als die Stadt in die Hände religiöser Fundamentalisten fällt. Die Jihadisten kommen mit Schusswaffen und unverrückbaren Koran-Interpretationen: Musik, Lachen, Zigaretten und sogar das Fußballspielen werden verboten. Abderrahmane Sissakos vielschichtiger Film verlegt die Perspektive auf den Widerstand der einfachen Leute. Begreifbar wird, in welchen Situationen Menschen sich entscheiden, ihre Heimat zu verlassen. Nur schwer aushalten ist die brutale Wucht der gezeigten Bilder. Kino kann ein eindringlicheres, unmittelbareres Medium sein als es das Lesen von Büchern und Zeitungen oder abstrakte Diskussionen vermögen.

 

Auch der Samstagsfilm fand sein Publikum mit einem ganz anderen, wenn auch ebenfalls anspruchsvollen Thema und Setting: Wie mit passender Farbpalette gemalt, beschreibt die französisch-belgische Filmbiografie „Séraphine“ Aufstieg und Fall eines fragilen Künstlerinnendaseins zwischen Krieg und Frieden, dörflicher Enge, Politik, Geld und der Psychiatrie. Zum Inhalt: 1912 zieht der deutsche Kunstsammler Wilhelm Uhde (der als Entdecker von Picasso und Rousseau gilt) in das Städtchen Senlis, um sich dem Schreiben zu widmen und sich vom hektischen Leben in Paris zu erholen. Als Haushälterin stellt er die widerborstige und unscheinbare Séraphine ein. Eines Tages entdeckt er bei Nachbarn ein kleines, auf Holz gemaltes Bild, das ihn sogleich fasziniert. Zu seiner großen Überraschung stellt sich heraus, dass dieses Bild von seiner Haushälterin Séraphine gemalt worden ist.

 

Es war ein interessantes Wochenende. Das Frauenzentrumsteam freute sich über die vielen Besucherinnen. Gleichzeitig wurde klar, dass es sich um eine einmalige Aktion handelte. Filmvorführrechte zu erwerben rechnet sich für uns nicht. Unserer Film-Lust werden wir weiterhin durch gemeinsame Besuche im Programm-Kino nachkommen.


Besuch der Keltenwelt

Die Ausstellung „Zähmung des Wolfes“ führte uns am 11. August 2016 nach Glauburg in das Keltenmuseum. Einen Einblick in die Beziehungen von Wolf, Hund und Mensch zeigte die Sonderausstellung im archäologischen Museum. Wie sieht es aktuell mit der Einwanderung des Wolfes in Hessen aus? Die Antworten fanden wir gemeinsam bei unserem Ausflug.

 


Die Friedbergerinnen im Mittelalter

 

Am 22. Juni 2016 lud das Frauenzentrum zu einer Erlebnisführung durch die historischen Gassen der Altstadt von Friedberg mit der Stadtführerin Annette Miksch ein. Sie erzählte den aufmerksam zuhörenden Frauen von der Zeit der Beginen und dem Leben der Friedbergerinnen während der Hexenverfolgung bis nach dem 30-jährigen Krieg. Treffpunkt und Ende der Führung war auf dem Stadtkirchenplatz, wo sich die Teilnehmerinnen herzlich bedankten und sich gemeinsam freuten, heute ein weniger schweres und gefährliches Dasein zu fristen.

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