Elfriede Böhmer  * 04.05.1932 - 17.11.2016


 

Malerin, Kunsthandwerkerin,

Mitgestalterin des Friedberger Stadtbildes

 

Als Tochter einer alteingesessenen Friedberger Handwerkerfamilie lebte und arbeitete Elfriede Böhmer in einem Biedermeierhaus auf der Kaiserstraße. Mit Wachsmalkreide kreierte sie auf Karton und Papier Sonnenuntergänge, Mond- und Heidelandschaften. Ihre Kunst zeichnet sich durch große, klare Formen und leuchtende Farben aus. Ein von ihr entworfenes Glasfenster wirft seit 1977 sein farbenfrohes Licht in die Stadtkirche. Den Kreuzgang der Heilig-Geist-Kirche verschönerte sie mit kleinen Bildtafeln im Linolschnittdruck.



 

Elfriede Böhmer *04.05.1932 in Friedberg †17.11.2016 in Friedberg

 

“Als Malerin hat sie nicht nur die Künstlerszene, sondern auch das Stadtbild von Friedberg geprägt.”

 

Elfriede Böhmer entstammte einer alteingesessenen Handwerkerfamilie und entdeckte schon früh ihr Talent für die Landschaftsmalerei. Sie arbeitete bereits in den 50er Jahren im Bereich des Kunsthandwerks und fertigte ihre ersten Linolschnitte mit religiösen Motiven an. Sie lebte und arbeitete in einem nicht mehr bestehenden Biedermeierhaus auf der Kaiserstraße. 1961 präsentierte sie ihre erste Ausstellung mit Linolschnitten und Illustrationen im Wetterau Museum. Mit Wachsmalkreide auf Karton und Papier erschuf sie farbenfrohe Landschaften und konzentrierte sich auf große und klare Formen. Es entstanden Mondlandschaften, Sonnenuntergänge und Heidelandschaften. 1977 wurde ein von ihr gestaltetes, kleines, leuchtend buntes Glasfenster mit dem Titel “Stadt” unter der Nordempore in der Stadtkirche Unserer Lieben Frau in Friedberg eingebaut. Auch den Kreuzweg in der Heilig-Geist-Kirche in Friedberg zieren kleine Bildtafeln im Linolschnittdruck.

 


 

Wetterauer Zeitung / Wetterau / Friedberg 
  

 

 

Künstlerische Spuren hinterlassen

Am 17. November 2016 verstarb die Friedberger Malerin Elfriede Böhmer im Alter von 84 Jahren. Mit ihren Werken hat sie nicht nur die Künstlerszene, sondern auch das Stadtbild der Kreisstadt geprägt. Elfriede Böhmer hat in Friedberg viele Spuren hinterlassen, das kleine leuchtend bunte Glasfenster in der Stadtkirche oder auch der Kreuzweg in der Heilig-Geist-Kirche sind nur zwei bedeutende Erinnerungen ihres künstlerischen Schaffens. Viele ihrer Linolschnitte und frühere Druckplatten befinden sich heute im Besitz des Wetterau-Museums.

Am 17. November 2016 verstarb die Friedberger Malerin Elfriede Böhmer im Alter von 84 Jahren. Mit ihren Werken hat sie nicht nur die Künstlerszene, sondern auch das Stadtbild der Kreisstadt geprägt. Elfriede Böhmer hat in Friedberg viele Spuren hinterlassen, das kleine leuchtend bunte Glasfenster in der Stadtkirche oder auch der Kreuzweg in der Heilig-Geist-Kirche sind nur zwei bedeutende Erinnerungen ihres künstlerischen Schaffens. Viele ihrer Linolschnitte und frühere Druckplatten befinden sich heute im Besitz des Wetterau-Museums.

Geboren wurde Elfriede Böhmer, Tochter einer alteingesessenen Handwerkerfamilie, am 4. Mai 1932. Auch ihr Vater Heinrich Böhmer malte bereits Landschaften. Mit ihrem Talent fand sie früh einen Bezug zur Kunst, so arbeitete sie bereits Mitte der 50er Jahre im Bereich des Kunsthandwerks und fertigte ihre ersten Linolschnitte mit religiösen Themen an. Ihre erste Ausstellung präsentierte sie schließlich 1961 im Wetterau Museum, mit Linolschnitten und Illustrationen zu Antoine de Saint Exupéry »Weisheit der Wüste« und dem »Großen Kreuzweg«. Die künstlerische Tätigkeit richtete sie schließlich auch auf expressive Farbigkeit.

Materialien wie Wachskreide auf Karton oder Papier kamen zum Einsatz, farbenprächtige Landschaften entstanden. Elfriede Böhmer entwickelte ihre Kreativität aber stetig weiter und so befasste sie sich schließlich mit der Beruhigung der Form, Reduktionen und Konzentrationen auf große klare Formen. 1971 stellte sie ihre Werke in der Buchhandlung Bindernagel aus, eine Reihe der großen Landschaften wie die »Mondlandschaft«, »Heidelandschaften« und »Sonnenuntergänge«. »Landschaften blieben ihr Thema, auch in kleinen Formaten«, erklärt ihre Schwester, die Kunsthistorikerin Dr. Inge Dollinger-Böhmer, die in Innsbruck lebt.

Sie hat die Stadt gestaltet

Als Elfriede Böhmer krankheitsbedingt nicht mehr in der Lage war, ihre großen Formate in Wachsmischtechnik zu gestalten, entstanden zahlreiche kleine Bilder in Postkartenformat. Diese Landschaften bestechen noch heute mit ihrer glühenden Farbigkeit. Viele Werke Böhmers befinden sich nun in Privatbesitz.

Auch im Archiv des Wetterau Museums haben Linolschnitte und Druckplatten von Elfriede Böhmer ihren Platz erhalten. Erst kürzlich habe das Museum einen Konvolut an weiteren Linolschnitten von Annemarie Mörler von der Galerie Remise in Bad Nauheim erhalten. Mörler sei es wichtig, dass die Werke der Künstlerin in Friedberg verwahrt werden.

»Sie liebte Friedberg«, erklärt ihre Schwester. »Besonders die Kaiserstraße, wo sie im Haus Nr. 126, einem nicht mehr bestehenden Biedermeierhaus, aufwuchs und lebte.« Elfriede Böhmer habe auch die Altstadt, die Burg und die Stadtkirche sehr geliebt. »Es war für sie deshalb eine ganz besondere Herausforderung für diese, das kleine Glasfenster »die Stadt« gestalten zu können.« Das kleine leuchtend bunte Glasfenster in der Stadtkirche »die Stadt, 1977« und der Kreuzweg in der Heilig-Geist-Kirche oder der Entwurf zur Grabstätte Böhmer zählen zu ihren markantesten Arbeiten.



Quellennachweis:

 

Corinna Weigelt (2017): Künstlerische Spuren hinterlassen. Wetterauer Zeitung, https://www.wetterauer-zeitung.de/wetterau/friedberg-ort28695/kuenstlerische-spuren-hinterlassen-12043675.html, letzter Zugriff: 21.06.2023.

 

Foto Kirchenfenster: "Kirchenfenster erzählen die Bibel" Geschichte und Deutung der Glasmalereinen der Stadtkirche in Friedberg (Hessen) - Im Auftrag des Fördervereins Stadtkirche Friedberg e.V. herausgegeben von Johannes Kögler // Verlag der Buchhandlung Bindernagel Friedberg